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Blogge einfach!

02.08.2019

Auch beim Bloggen schlägt bei mir manchmal noch das Bin-ich-gut-genug-Syndrom zu.

Kann ich das so schreiben? Weiß ich dazu überhaupt genug? Weiß ich vor allem das Richtige? Woher will ich denn wissen, dass mein Weg, meine Erfahrungen, richtig sind? Habe ich vielleicht noch den einen oder anderen wichtigen Aspekt vergessen? Vielleicht nicht genug recherchiert.

Manchmal geht das so weit, dass ich denke, alle anderen wissen etwas, das ich nicht weiß, und wenn ich dann öffentlich schreibe, mache ich mich sowas von lächerlich. Ja, die Angst vor Ablehnung spielt da rein. Die Angst vor Angriffen aber noch viel mehr. Und die Angst, mich zu blamieren und ausgegrenzt zu werden.

Ich lasse mich dann häufig ausbremsen. Von mir selbst. Von meinen Gedanken. Die vielleicht ein Fünkchen Wahrheit enthalten, vielleicht auch nicht.

Was ist denn, wenn mir zu dem, was ich geschrieben habe, noch etwas einfällt? Dann lasse ich die Entwürfe liegen und warte. Und dann senkt sich langsam der Staub auf die Entwürfe und sie verrotten unveröffentlicht. Ich habe gerade nochmal nachgesehen, in meinem Blog bei WEB-Grips, das ich seit 2008 schreibe, sind 337 veröffentlichte Beiträge und 70 Entwürfe (!). Ich habe also fast 20% Entwürfe, die mir mein Blog verstopfen, die Energie binden. Denn ich habe sie schließlich irgendwann mal angefangen zu schreiben, und wenn ich sie jetzt nicht veröffentliche - habe ich schlicht Zeit verschenkt.

Du entwickelst dich ständig weiter (und darfst das)

Du wirst es nicht vermeiden können - du entwickelst dich immer weiter. Was du heute schreibst, kann morgen für dich schon wieder ganz anders aussehen.

Wir alle lernen ja ständig dazu, und das ist auch gut so.

Ein Blogbeitrag ist immer nur eine Momentaufnahme, und im Gegensatz zu den übrigen Webinhalten darf er das auch sein. Du musst deine Beiträge nicht alle überarbeiten, nur weil du dich verändert hast! Regelmäßiges Ausmisten (so ein Mal im Jahr) reicht völlig aus.

Mir ist es vor allem in der nahen Vergangenheit immer wieder so gegangen, dass ich einen Beitrag schrieb, eine ganz klare Meinung zu einem Thema hatte. Und dann änderte ich die Blickrichtung und plötzlich kam ein neuer Aspekt dazu. Den ich so in meinem Beitrag nicht beschrieben hatte, ja, den ich nichtmal auf dem Schirm hatte. Das verunsicherte mich anfangs enorm. Mach ich mich nicht unglaubhaft, wenn ich meine Meinung ändere? Oder schlimmer noch - war ich inkompetent, als ich den Beitrag schrieb, weil ich diesen Aspekt übersehen hab? Und andererseits - müsste ich meine neuen Erkenntnisse nicht in den Beitrag einarbeiten? Aber das wäre Wahnsinn, denn statt Beiträge zu schreiben wäre ich ständig mit der redaktionellen Verbesserung meiner fast 350 Blogbeiträge beschäftigt. Ich müsste sie lesen und entscheiden, stimmt das alles noch für mich? Und sie dann überarbeiten.

Und das beinahe täglich - denn ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich lerne täglich was Neues dazu! Da komme ich ja zu nichts anderem mehr!

Und dann könnte man zu der Einsicht gelangen: Ok, dann schreibe ich ab jetzt lieber nichts mehr. Oder ich warte, bis ich ALLES über dieses Thema weiß. Bis ich es wirklich von ALLEN Seiten beleuchtet habe. Dann kann mir nichts passieren.

Aber da kannst du warten, bis du alt und grau wirst.

Ich habe inzwischen erkannt - neue Einsichten gehören zum Bloggen dazu. Das ist wie wenn du ein Buch schreibst. Da musst du ja auch irgendwann fertig sein, und alles, was du danach noch erkennen und lernen darfst, kannst du entweder auf die ergänzende Website zum Buch stellen, oder es muss warten, bis die nächste Auflage erscheint. So ist das halt. Aber durch das Schreiben an dem Buch stößt du wieder innere Entwicklungen an, die dir neue Erkenntnisse bringen. Das ist einfach so. Schreiben ist immer heilsam und erkenntnisreich für den Schreiber. Es beschleunigt die Erkenntnisse und die persönliche Reifung - und das trifft für ein Blog genauso zu wie für ein Buch.

Entspann dich also. Deine Meinung zu ändern und neue Erkenntnisse zu gewinnen ist Teil des Schreibprozesses und kein K.O.-Kriterium für deine Beiträge!

Nichts ist in Stein gemeißelt

Ich glaube, dass wir unseren Blogbeiträgen viel zu viel Macht geben, wenn wir Angst haben, was zu übersehen. Sie sind Momentaufnahmen und dürfen es sein. Und wir sind Menschen, unsere Sicht ist immer eingeschränkt, es wird noch etwas dauern, bis wir die volle Erkenntnis haben. Bis dahin gehört der Irrtum zum Prozess dazu. Aber es geht da allen gleich, und darum brauchst du mit dir dafür weder ins Gericht gehen noch dich deshalb zu verstecken.

Wenn mir bewusst wird, dass ich etwas geschrieben habe, das ich heute anders sehe, dann kann ich ja einen weiteren Beitrag schreiben. Ich kann sie verlinken, oder ich werde ausführlicher und lösche dann den alten. Oder ich lösche den alten, ohne einen neuen zu schreiben. Vielleicht behalte ich die Idee im Hinterkopf. Vielleicht ist sie aber auch uninteressant für mich geworden und ich gehe ihr nicht mehr weiter nach. Auch das gehört zum Entwicklungsprozess dazu.

Denke dabei nicht zu viel über Suchmaschinen nach! Das Blog betreibst du erstmal für dich. Dann für deine Besucher. Und erst an dritter Stelle kommen die Suchmaschinen. So muss das nämlich sein, wenn du wirklich langfristig erfolgreich bei Suchmaschinen sein willst.

Also, wenn du etwas ändern willst, frag nicht Google, sondern ändere etwas. Wenn du etwas löschen willst, schau nicht, wie viele Besucher da täglich drauf kommen, sondern lösche es. Sei egoistisch. Es geht um dich. Um deine Authentizität. Du musst dich mit dem Blog wohlfühlen, sonst kannst du es gleich sein lassen. 

Übrigens - Google schätzt sowas. Ehrlichkeit. Klarheit. Ich spreche da aus Erfahrung.

Jeder Blogbeitrag ist für die anderen eine Einladung

Niemand muss deine Meinung teilen. Mach dich davon frei, Recht zu behalten. Recht behalten zu wollen ist eine der größten Fesseln der Menschheit (und verursacht Kämpfe, Kriege und andere unschöne Dinge). Recht behalten zu wollen kostet vor allem auch eine Menge Kraft. Und es hindert dich daran, Irrtümer und Änderungen deiner Sichtweise zuzugeben. Denn dann würdest du ja dein Gesicht verlieren. Nicht sehr einladend, oder?

Daher - geh es entspannt an. Sieh dein Blog als Inspiration für andere. Als Einladung zur Diskussion. Lass dich darauf auch ein, wenn jemand in den Kommentaren das anders sieht als du. Das kann man als Angriff werten, oder aber auch als Bereicherung. Für dich, für deine Leser, und (natürlich) auch für Suchmaschinen!

Ähm, weil es hier gerade passt: Das heißt nicht, dass du dir in deinem Blog ans Bein pinkeln lassen musst. Es ist dein Haus, du machst die Hausregeln. Wer sich daran nicht hält, sich im Ton vergreift, dem darfst du natürlich die Tür zeigen. Lass dir nichts gefallen, was unter deiner Würde ist. Lass dich dann aber auch nicht auf Diskussionen ein, sondern lösche die Kommentare. Kommentarlos.

Hab auch keine Angst vor solchen Dingen, solchen unangenehmen Wortmeldungen, die durch die Anonymität des Netzes ja sehr weit verbreitet sind. Ärgere dich nicht. Lösch sie. Fackel nicht lange. Mach dir auch hinterher keine weiteren Gedanken dazu (war ich zu streng? hätte ich ...? sollte ich ...?). Du hast entschieden. Punkt. Dein Haus, deine Regeln. Und mach dir bewusst - anderen geht es ganz genauso. Jedem. Das liegt nicht an dir. Nimm es nicht persönlich. Wenn du damit rechnest, dass sowas passiert, kannst du sicher leichter damit umgehen.

Lass den anderen aber ihre Meinung. Ich glaube, dass es die absolute Wahrheit nicht gibt. Es gibt nur deine Wahrheit und die der anderen. Was du glaubst, ist wahr. Und das gilt auch für jeden anderen Menschen auf der Welt. Es wird Zeit, dass wir lernen, damit in Frieden zu kommen und andere Menschen nicht für ihre Meinung zu verurteilen. Es gibt kein Richtig. Und kein Falsch.

Mir hilft hier, jeden Impuls, der von außen kommt, meinerseits wieder zu reflektieren. Warum kommt das jetzt? Was hat das mit mir zu tun? Was fühle ich? Welche Gedanken stecken dahinter? Daraus können sehr, sehr tiefe Erkenntnisse erwachsen, vor allem über mich selbst.

Halte nichts zurück

Wenn du eine Idee für einen Beitrag hast, dann raus damit! Und sei sie noch so klein. Wenn du den Impuls hast, einen Beitrag zu schreiben, dann hat das einen Grund.

Halte nichts zurück, deine Gedanken sind wertvoll!

Wenn du nur einem einzigen Menschen damit hilfst, dann hat das doch schon einen Sinn gehabt!

Du hast eine Stimme - nutze sie. Wir brauchen mehr mutige Menschen, die ihre Botschaften mit der Welt teilen. Frag dich nicht, ob du gut genug bist. Wenn du eine Idee hast, bist du es! Teile diese Idee mit anderen. Vergleich dich dabei nicht. Es ist egal, wie lang oder kurz die Blogbeiträge anderer sind (ich werde meine Zahlen ab heute nicht mehr veröffentlichen), nur DU zählst. Es ist egal, was andere über dein Thema schreiben, ob sie es viel besser formulieren können. Das ist sowieso in den allermeisten Fällen eine völlig subjektive Einschätzung und entspricht nicht der Tatsache. Wir schätzen uns selbst fast immer schlechter ein als die anderen.

Lass den Verstand reden und schreib einfach. Und wenn du das nicht kannst, dann sprich es aufs Diktiergerät und schreib es dann ab. Dann hat es auf jeden Fall deine Färbung, dann klingt es nach dir.

Halte nichts zurück, teile dein Geschenk, deine Gaben, deine Gedanken, deine Ideen, deine Erfahrungen, deine Erkenntnisse, dein Wissen, deine Meinung, deine Inspirationen mit der Welt. ♥

Kategorien: Entspanntes Business | Schlagworte: absolute Wahrheit, Blog, Du bist genug, finde deine Stimme, halte nichts zurück, keine Angst vor Fehlern

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