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Wie Aufräumen deinem Business gut tut und warum es manchmal nötig ist

02.12.2019

Ich brauche Ordnung um mich herum. Unordnung macht mich nervös. Leider scheine ich kein angeborenes Talent für Ordnung zu haben. Deshalb muss ich in regelmäßigen Abständen aufräumen - sowohl privat als auch im Business. Hinterher geht es mir immer richtig gut.

Doch warum fühlt sich Unordnung so unangehm an, und wenn sie so viel besser ist - warum können wir dann nicht gleich Ordnung halten? Und warum scheint Unordnung sich auszudehnen wie das Universum? Wo kann man mit dem Aufräumen anfangen (wenn alleine der Schreibtisch nicht so viel bringt) und wie geht man da konkret vor?

In meiner Serie erzähle ich dir von meinen Erfahrungen und wie ich ganz konkret in meinem Business, besonders im Marketing, Ordnung schaffe.

Warum tut Aufräumen (dem Business) so gut?

Ich habe eine Redensart, die meine Kinder nur zu gut kennen: "Wenn ich etwas nicht finden kann, weiß ich, es ist an der Zeit aufzuräumen." Sie lachen dann, und fragen mich schon nicht mehr, ob ich ihnen beim Suchen helfe. Sie sind Teenager, musst du wissen, die haben es ja nicht so mit der Ordnung.

Aber ehrlich gesagt - ich auch ganz oft nicht. Woran das liegt, dazu komme ich unten noch zu sprechen. Lass uns jetzt erstmal anschauen, was Unordnung für Auswirkungen hat.

Lass uns dazu mal das schlechte Gewissen und so beiseite schieben, das vielleicht aufkommt, wenn jemand deinen Schreibtisch sieht (oder sogar dein Büro), in dem mal wieder etwas explodiert zu sein scheint. Es geht hier nicht darum, was die anderen denken. Es geht hier nicht um die Erwartungen der anderen, sondern um dich.

Natürlich kann ich Dinge schlechter finden, wenn es um mich herum unordentlich ist. Das ist Fakt und ein unangenehmer Nebeneffekt. Denn Suchen ist oft nervenaufreibend, und kostet Zeit.

Entrümpeln spart mir also Zeit. Und es schafft Platz. Luft zum Atmen. Die Energie kann wieder zirkulieren.

Doch ein anderer Effekt ist für mich noch viel größer: Wenn es um mich herum unordentlich ist, bin ich auch innerlich unaufgeräumt. Lass uns jetzt nicht darüber streiten, ob das Eine vom Andern kommt oder umgekehrt. Dazu komme ich noch. Fakt ist, wenn um mich herum Chaos herrscht, dann fühle ich dieses Chaos. Ich kann nicht so konzentriert arbeiten. Ich fühle mich zerrissen. All diese Dinge, die um mich herum liegen, scheinen an meiner Aufmerksamkeit zu zerren, scheinen mich anzuschreien, dass ich mich um sie kümmern soll.

Und dann weiß ich nicht, wo ich anfangen soll.

Das erklärt auch, warum es nicht ausreicht, alles schön säuberlich auf einen Haufen zu legen. Oder den Schrank zu öffnen, alles hinein zu werfen, den Schrank wieder zu schließen, fertig. Das habe ich alles probiert. Das hilft nicht. Denn all die unerledigten Dinge - und die sind es ja meist, die herumliegen - zerren weiter an meinem Bewusstsein. Ich habe diese offenen "Loops" weiter auf dem Radar, und solange ich es einfach nur aus dem Blick räume, habe ich wenig gewonnen. Ich mache mir nur etwas vor.

Wenn ich hingegen wirklich aufräume, dann trenne ich mich von Dingen, von unerledigten Aufgaben, von Verpflichtungen und Ideen. Ich werfe den Coupon weg, der da liegt, weil ich in dem Shop mal irgendwann was bestellen wollte. Ich werfe die Zeitung weg, die ich doch nicht schaffe zu lesen. Ich schaffe die Kleidung weg, die ich irgendwann mal reparieren wollte. Nicht falsch verstehen: Ich befürworte die Wegwerfgesellschaft kein bißchen, aber dass das da liegt und mich anmault, dass ich mich endlich darum kümmern soll, hilft der Welt ja auch nicht, oder?

Ich räume immer wieder mal meinen Schreibtisch auf und staple alle Notizzettel, Aufzeichnungen und Ideen am Rand, aber irgendwann ist der Stapel riesig, oder ich stelle fest, dass ich seit mehreren Wochen nicht mehr geschaut habe, was da eigentlich liegt. Dann kann ich es auch entsorgen.

Irgendwo hab ich letztens gehört: Jede Idee, die schon ein paar Wochen alt ist, ist schal geworden. Die Chance, dass sie umgesetzt wird, sinkt mit jedem Tag, der vergeht. ABER: Wenn ich schon eine Million Ideen gesammelt habe, und dann eine neue kommt, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass ich diese angehen werde. Ich habe ja schließlich sooo viele, die schon vorher da waren! Die wären doch zuerst dran. Gerechtigkeit muss sein.

Deshalb ist es besser, wenn ich hin und wieder "Klar Schiff" mache, alles auf eine Karte setze und all meine Ideen entsorge. Ideen zu horten ist schließlich auch nur Mangelbewusstsein - ich habe Angst, dass keine Ideen nachkommen. Doch wer sich schon einmal von einem Berg Ideen getrennt hat, weiß: Die wirklich guten, die kommen wieder. Und Ideen sind eine unerschöpfliche Ressource. Wenn wir ihnen den Platz frei räumen.

Aufräumen schafft Klarheit und Fokus. Wofür möchte ich meine Zeit wirklich aufwenden? Was ist (mir) jetzt am wichtigsten? Daraus entsteht eine Kraft, die uns wieder leichter und zielgerichteter vorangehen lässt.

Das Gleiche gilt auch im Marketing. Glaub mir, ich spreche wirklich aus Erfahrung. Aktuell habe ich drei Blogs, zwei Newsletter und unzählige SocialMedia Kanäle, und bin dabei, das zu komprimieren und wieder zusammenzuführen. Weil ein zu stark fragmentiertes Marketing einfach nicht funktioniert.

Ich zersprenge meine Kraft auf zu viele kleine Aktionen, statt sie wie einen Laserstrahl auf das zu bündeln, was mir gerade wirklich wichtig ist. Ich habe keinen Fokus, und Regelmäßigkeit ist nur eine schöne Theorie. Ich nehme mir immer wieder vor, regelmäßig zu posten, natürlich auf allen Kanälen gleichzeitig, aber diesem Anspruch kann ich nicht gerecht werden. Weil ich ein Mensch bin, keine Maschine. Weil ich nicht jeden Tag gleich leistungsfähig bin, weil ich einfach nicht immer zuverlässig funktioniere.

Wenn ich hingegen aufräume, dann entscheide ich mich. Was ansteht, und was gehen kann. Und was der jeweils nächste Schritt ist.

Du kannst das auf das Aufräumen in der Wohnung übertragen: Du entscheidest dich, welche Deko stehen bleiben darf, und welche ausgedient hat. Du entscheidest dich, dass das dreckige Geschirr in den Geschirrspüler gehört. Das ist der nächste Schritt.

Zurück bleiben Klarheit und Raum. Raum, in dem Neues entstehen kann. Wenn ich es zulasse (meist lasse ich es so sehr zu, dass gleich wieder neue Unordnung entsteht, ich arbeite daran ...)

Die Folge sind mehr Kraft, gezieltere Aktionen, mehr Fokus und mehr Leichtigkeit. Ich kann mich besser konzentrieren, und ich habe mehr das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Ich habe auch mehr das Gefühl, voranzukommen, als wenn ich um mich herum noch all das Unerledigte sehe.

Doch wie kommt die Unordnung überhaupt zustande?

Ich habe es oben schon angedeutet. Die Natur kennt keinen leeren Raum. Wenn Raum entsteht, wird dieser ganz schnell wieder gefüllt. Ganz oft augenscheinlich ohne unser Zutun.

Schon liegt da wieder der Tisch voller Zeitungen, schon sind da wieder eine Million Ideen, die auf Umsetzung drängeln, schon ist da wieder der nächste SocialMedia Kanal oder die nächste Marketing-Aktion. Es geht so schnell. Und nicht immer lässt sich das auf die Teenager schieben, die mit im Haushalt leben. wink

Der Grund für die Unordnung ist mangelnde Klarheit. Je zerfranster unser Bewusstsein ist, desto leichter entsteht Chaos. Je weniger wir darauf achten, dass es ordentlich bleibt, desto schneller wird die Leere sich wieder füllen.

Vor einiger Zeit habe ich beschlossen: Ich hinterlasse meinen Arbeitsplatz immer etwas ordentlicher als ich ihn vorgefunden habe. Und das scheint erstmals wirklich zu funktionieren. Egal, ob es dabei um meine Küche, meinen Nähplatz oder meinen Schreibtisch geht. Wenn ich immer etwas mehr Chaos beseitige als ich verursacht habe, bleibt es ordentlicher.

Nicht nur, weil ich Familienmitglieder habe. Nein, trotz meines Vorhabens schaffe ich ja doch immer wieder Unordnung. Weil ich irgendwas tue, und dann kommt mir etwas in den Sinn oder etwas passiert, und ich führe mein Tun nicht zu Ende. Also ich mache mir z. B. einen Kaffee, und dann klingelt es an der Tür, und ich vergesse, die Milch wegzuräumen. Oder ich lasse sie sogar bewusst stehen, weil ich mir später noch einen Kaffee machen will - was ich dann vielleicht aber gar nicht tue. Oder - noch schlimmer (passiert mir immer wieder an Tagen, in denen ich so richtig im Flow bin) - ich vergesse, mir einen Kaffee zu machen. Die Milch steht dann immernoch dort.

In allen möglichen Lebenssituationen entsteht so die Unordnung auf natürliche Weise. Sie wächst und gedeiht. Wenn wir dem gegenwirken wollen, brauchen wir Achtsamkeit und Bewusstsein. Denn Unordnung entsteht immer dann, wenn wir mit den Gedanken nicht mehr bei der Sache sind. Wenn wir schon beim nächsten Todo sind, oder wenn wir über etwas nachdenken. Dann handeln wir automatisch, und bei mir hat dieses automatische Handeln die Auswirkung, dass ich die Dinge stehen lasse.

Auch mangelnde Entscheidungen begünstigen Unordnung. Wenn ich hier über den Tag diese besagte Million Ideen entwickle und alle schön säuberlich auf Notizzetteln notiere und über meinen Schreibtisch verteile, ohne zu entscheiden, was mit ihnen geschehen soll, dann liegen sie eben am nächsten Tag immernoch dort, und eine weitere Million Ideen gesellt sich dazu.

Und je mehr das geschieht, desto unkonzentrierter sind wir, desto mehr Chancen hat das Chaos, sich auszubreiten.

Wir brauchen also Fokus und Bewusstsein im Hier und Jetzt, um die Ordnung zu halten. Und das fällt uns leichter, wenn unsere Umgebung ordentlich ist. Hier schließt sich der Kreis. Ordnung fördert Ordnung (wenn wir uns etwas bemühen, also zumindest mir ist das nicht in die Wiege gelegt worden), Unordnung fördert Unordnung. Je mehr Ordnung wir halten, desto leichter fällt es uns.

Es ist zwar eine Henne-oder-Ei Theorie, aber ich glaube, dass wahre, anhaltende Ordnung in der Umgebung mit innerer Klarheit beginnt, nicht umgekehrt. Dass wir zuerst in uns selbst aufräumen müssen, dass Entscheidungen nötig sind, damit diese Klarheit sich im Außen spiegeln kann. Wenn das so ist, habe ich noch einige innere Arbeit vor mir. Aber ich glaube, ich bin auf dem richtigen Weg. Denn in den letzten zwei Wochen sind wichtige Entscheidungen gefallen, die ich viel zu lange vor mir hergeschoben habe. Diese Entscheidungen werden mir helfen, Ideen schneller zu sortieren und auch auszusortieren, wenn nötig.

In der nächsten Folge: Warum es sinnvoll ist, dein Blog aufzuräumen, und wie du dazu vorgehen kannst.


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Kategorien: Zeit, Geld & Nerven | Schlagworte: Entrümpeln, Ideen, The ONE Thing, Wachstum

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