Dieser Beitrag ist ein Wochenimpuls zum Januar Thema „Ja sagen“ der Jahres-Challenge 2019. Hier erfährst du mehr und kannst dich anmelden.

Als ich das erste Mal davon hörte, dass Ja sagen frei macht, dass es Kraft und Energie schenkt, war ich zutiefst skeptisch. Wie soll ich frei werden, wenn ich zu allem Ja sage? Aber darin liegt das größte Missverständnis: Du sagst nicht zu allem Ja. Du kannst überhaupt nicht zu allem Ja sagen.

In jedem Ja steckt immer auch ein Nein. Und umgekehrt.

Wenn du Ja zum Leben sagst, öffnest du dich für die Dinge, die passieren. Du lässt sie durch dich hindurchfließen. Du lässt dich weder von ihnen vereinnahmen noch wendest du dich ab. Du lässt die Menschen, die Situationen, den Verkehr, das Wetter sein wie sie sind. Du hörst auf, dagegen zu kämpfen. Du wendest keine Energie mehr für Dinge auf, die nicht deine Angelegenheit sind und die du nicht ändern kannst.

Das bedeutet jedoch nicht, dass du jede Entscheidung, jede Erwartung, die an dich herangetragen wird, mit Ja beantwortest. Im Gegenteil.

Ein klassisches Beispiel. Dein Chef oder dein Kunde kommt auf den letzten Drücker mit einem Wunsch, du sollst unbedingt noch schnell etwas für ihn erledigen, obwohl du keine Zeit hast. Oder er kommt mit etwas, das du nicht gerne machst. Ja zum Leben bedeutet: Du hörst dir an, was dein Chef oder dein Kunde möchte. Ohne ihn zu verurteilen. Unsere Gedanken sind hier oft rasend schnell und denken z. B. sowas wie „ist ja wiedermal typisch“ oder „ich hab doch schon so viel zu tun!“ oder „wie rücksichtslos“. Wir katapultieren uns wahnsinnig schnell in Verurteilungen oder auch in die Opferrolle. Ja zum Leben heißt jedoch – du hörst dir an, welche Wünsche an dich herangetragen werden. Ohne Urteil. Ohne Angst. Ohne Abwehr. Ohne eine zu schnelle Reaktion. Stattdessen bleibst du neugierig und offen. Nimmst den Wunsch entgegen.

Unsere Angst ist hier oft, dass wir überrumpelt werden. Dass wir etwas zusagen, was wir gar nicht wollten. Deshalb gehen wir sofort in die Abwehr. Paradoxerweise ist es oft diese Angst, diese Abwehr, dieser Kampf, den wir kämpfen, was uns am meisten Energie nimmt. Energie, die wir brauchen, um eine klare und manchmal mutige Entscheidung zu treffen. So sagen wir am Ende dann doch Ja, obwohl wir es nicht wollten, weil die Kraft und Klarheit für das Nein fehlt.

Bleibst du im Frieden mit der Situation, bleibst du bei dir, statt dein Gegenüber zu verurteilen, dann kannst du urteilsfrei fühlen: Was bedeutet dieser Wunsch für mich? Welche Nachteile befürchte ich, wenn ich ihn ablehne? Welche Vorteile habe ich, wenn ich ihn annehme? Möchte ich das? Brauche ich noch Zeit für die Entscheidung?

Je mehr du das übst, je besser es dir gelingt, in solchen Situationen deine Gedanken zu beobachten statt dich von ihnen überfahren und beherrschen zu lassen, desto klarer wirst du wissen, was du tun möchtest. Desto mutiger wirst du werden, deinen inneren Impulsen zu vertrauen.

Wenn du jetzt Ja sagst, sagst du Nein zu etwas anderem. Vielleicht zu deinem pünktlichen Feierabend. Zu deiner Abneigung der Aufgabe gegenüber. Auch hier heißt es – beurteile es nicht. Denn du hast die Entscheidung klar getroffen. Weil du deinen Kunden sehr magst, weil du deinem Chef gegenüber loyal bist. Etwas zu tun und Nachteile davon zu haben, ist nicht immer automatisch falsch. In Wahrheit gibt es kein richtig und kein falsch. Denn alles, was dir Nachteile bringt, bringt dir auch Vorteile. Du verdienst Geld, du kannst helfen, du lernst etwas dazu. Du springst über deinen Schatten, um etwas zu tun, was du eigentlich nicht magst. Das ist doch fantastisch, es holt dich aus deiner Komfortzone und lässt dich wachsen! Wenn du dich dazu entschieden hast, weil du es wirklich wolltest.

Und wenn du Nein sagst, dann sagst du Ja zu der wichtigsten Person in deinem Leben: Dir selbst. Zu deinen Wünschen, Bedürfnissen und vor allem deinen Belastungsgrenzen. Wir müssen nicht zwischen Ja und Nein entscheiden – wir müssen nur entscheiden, zu was wir Ja sagen.

Ja zum Leben bedeutet Ja zu sagen zu allem was ist. Nicht zu allem, was andere an dich herantragen. Kampf und Widerstand bedarf es trotzdem (in der Regel) nicht. Das kostet dich nur unnötig Kraft.

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