Im Frühjahr 2017, als ich zu erwachen begann und mich intensiv auf die Suche nach dem Sinn meines Lebens machte, hatte ich immer ein ganz tiefes Gefühl in mir – dass ich nicht mein volles Potenzial lebe. Dieses Gefühl war schmerzhaft, und ich konnte es nicht richtig einordnen. Bedeutete das, dass ich zu wenig leiste? Dass mich die Dinge, die ich tue, nicht genug fordern? Dass ich das Gefühl habe, mein Potenzial zu verschwenden? Es war mir peinlich, darüber zu sprechen, weil es für mich überheblich und undankbar klang.

Vor Kurzem sagte mir jemand, man lebt immer sein volles Potenzial – mehr als man gerade lebt, ist in diesem Moment einfach nicht möglich. Ja, das stimmt natürlich. Aber darum geht es ja nicht – es geht nicht darum, was ich jetzt gerade lebe, sondern wo ich hin möchte. Dass ich spüre, dass da mehr ist, und ich keine Ahnung habe, wie ich das freisetzen kann. Leben ist Veränderung. Und wenn ich spüre, da fehlt was, oder da will was raus aus mir, und nicht weiß was, kann mich das ziemlich in den Wahnsinn treiben.

Wenn du dieses Gefühl auch hast oder schon mal hattest, weißt du, was ich meine. Veit Lindau bezeichnete es mal als „seine PS nicht auf die Straße kriegen“ und genau so fühlt es sich an. Als wäre da eine Kraft in dir, die raus will, als würdest du etwas in dir tragen, dass du leben möchtest, doch du weißt nicht was. Als stünde jemand oder etwas auf deiner Bremse. Als wäre das Feuer deines Lebens auf Sparflamme.

Es kann bei dir auch etwas anders sein als bei mir: Dass du durchaus weißt, was du möchtest, wo du dein Potenzial siehst, aber das Außen einfach nicht mitmacht. Dass du den erhofften Job, die erhoffte Wohnung, den erwünschten Partner einfach nicht findest. Dass du tust, was du kannst, aber der Erfolg irgendwie immer ausbleibt. Auch dann hast du das Gefühl, irgendwie vom Leben ausgebremst zu werden.

Das Gefühl, nicht das volle Potenzial zu leben, ist meist nicht auf mangelnde Auslastung zurückzuführen, also dass du zu wenig tust. Im Gegenteil. Auch ich fühlte mich damals gestresst von den ganzen Aufgaben, die ich zu erfüllen hatte, mein Tag war übervoll mit Pflichten, Verantwortungen und Todos. Ich hatte auch nicht zu wenig Bedeutung hier auf der Welt. Mein Gefühl basierte eher darauf, dass es nicht meine eigenen Ziele waren, die ich verfolgte. Dass ich nicht nach meinen eigenen Werten und Grundsätzen lebte. Dass die Pflichten, die ich übernommen hatte, nicht meinem eigenen Bedürfnis entsprachen. Vieles hatte ich einfach von Außen übernommen. Meine eigenen Wünsche nahm ich nicht mehr wahr. Und damit meine ich nicht die kleinen, die Konsumwünsche, wie ein neues Handy oder sowas. Sondern die großen, die Herzenswünsche, die, bei deren Erfüllung meine Seele lacht. Die hatte ich als Träumereien abgeschrieben. Nicht so wichtig im übervollen Alltag.

Diese nagende Unzufriedenheit, die von ganz tief innen kommt, ist nicht auf einen Mangel im Außen zurückzuführen, sondern immer auf einen Mangel im Innern. Auf fehlende Selbstliebe. Ich hörte mir zu wenig zu, wenn ich mir davon erzählte, was mir wichtig ist. Ich folgte meiner Intuition zu selten. Ich zeigte mich nicht wie ich wirklich war, aus Angst vor Zurückweisung. Aus Angst, falsch zu sein. Ich erlaubte mir keine Freude. Freude war wie Tagträumerei was für Traumtänzer. Freude und Verantwortung, Freude und ein ernstzunehmendes Leben, Freude und Erfolg, das passte irgendwie nicht zusammen.

Heute weiß ich, das Gegenteil ist der Fall: Freude ist der ultimative Wegweiser, der Kompass, der dir zeigt, dass du deinen Zielen folgst, dass du dein Leben lebst, und nicht das der anderen.

Heute lebe ich, was mein Gefühl mir sagt. Ich höre auf meinen Körper – nicht immer, aber schon sehr oft. Ich liebe mich selbst (oh je, das zu schreiben fällt mir noch schwer). Ich zeige mich.

Ich habe einige schwere Entscheidungen getroffen, und einige liegen noch vor mir. Wenn man dem falschen Weg eine Weile gefolgt ist, sind einige Korrekturen nötig, um dem Neuen zu folgen. Das kann massive Widerstände im Außen zur Folge haben. Nicht jeder findet das toll, dass ich mich verändere. Ich sehe das so: Das Leben prüft mich, ob ich es diesmal ernst meine. Aber letztlich waren die Korrekturen gar nicht so groß, wie ich anfangs dachte. Als ich meinte, ich müsste nun nochmal was ganz Neues anfangen, um mein Potenzial zu leben. Ich habe nicht mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Ich habe nur im Innern aufgeräumt, und nehme mich heute selbst wahr und respektiere mich. Respektiere, dass ich mit manchen Menschen gut kann, und mit anderen nicht.

Das Schöne ist, dass sich alles nach und nach fügt. Mein Bauchgefühl stellt sich wieder ein und berät mich in schwierigen Entscheidungen. Mein Körper ist mein Freund und zeigt mir deutlich, wo ich noch gegen mich lebe. Ich bin voller Freude, und diese kann ich auch mit meinen Mitmenschen besser teilen. Ich glaube, die meisten Menschen in meinem Umfeld profitieren langfristig von meinen Veränderungen.

In Wirklichkeit ist es so, dass du nie dein volles Potenzial lebst. Egal, wo du gerade stehst, es ist immer noch viel mehr möglich. Das wäre auch furchtbar langweilig, wenn wir irgendwann angekommen wären, oder? Es gibt immer einen nächsten Schritt, einen nächsten Traum, ein nächstes Ziel. Die Kunst liegt darin, diesen Traum, dieses Ziel zu kennen und es dann gelassen in die Tat umzusetzen. Ohne Stress. Im eigenen Tempo.

Wo lebst du noch nicht dein volles Potenzial? Was hält dich zurück? Was kannst du heute tun, um dir selbst deinen Respekt und deine Wertschätzung zu zeigen?

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