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Selbstliebe ist kein Egoismus

16.10.2020

Vielleicht fragst du dich, was ein Beitrag über Selbstliebe in einem Marketing-Blog zu suchen hat. Diese Frage werde ich dir in einigen Tagen beantworten, wenn mein Beitrag zur Selbstliebe im Marketing erscheint. Den plane ich nämlich schon seit einigen Tagen im Rahmen meiner Blogparade zum Thema Selbstfürsorge, aber bevor ich ihn schreibe, möchte ich etwas ganz Wichtiges klar stellen.

Selbstliebe wird noch immer oft mit Egoismus verwechselt. Ich nehme noch immer dieses seltsame muffige Gefühl wahr, wenn ich über sie spreche oder schreibe. Darf man sich selbst lieben? Aber Selbstliebe hat gar nichts mit Egoismus zu tun. Oder vielleicht doch, aber dann genau anders herum, als man üblicherweise denkt: Egoismus ist kein zu viel, sondern ein Mangel an Selbstliebe.

Was ist Egoismus?

Im Duden (aktuelle Online-Version) gibt es zwei verschiedene Definitionen für das Wort "Egoismus":

  1. [Haltung, die gekennzeichnet ist durch das] Streben nach Erlangung von Vorteilen für die eigene Person, nach Erfüllung der die eigene Person betreffenden Wünsche ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer; Selbstsucht, Ichsucht, Eigenliebe
  2. Lehre, Anschauung, nach der alles, auch das altruistische Handeln, auf Selbstliebe beruht

Altruismus steht für Uneigennützigkeit. Nach meinem Verständnis gibt es für Egoismus also sowohl eine negativ belegte (ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer) als auch eine positiv belegte (altruistisches Handeln) Definition.

Egoismus ist damit ein Wort, bei dem die Geister sich scheiden. In unserer Gesellschaft überwiegt nach meiner Beobachtung aber die negative Sichtweise. Egoismus ist etwas, das unerwünscht ist.

Gleichzeitig höre ich in letzter Zeit immer wieder die Klage, dass der Wunsch nach individuellem Ausdruck in diesen Zeiten so groß wie nie zuvor ist. Vielleicht kennst du die Bedürfnispyramide nach Maslow, bei der die Selbstverwirklichung als oberstes Bedürfnis dann zum Vorschein kommt, wenn alle vorgelagerten Bedürfnisse erfüllt sind.

Maslowsche Bedürfnispyramide

Bedürfnispyramide nach Maslow (englisch)

Für viele bezeichnet Egoismus die "Ellenbogen-Gesellschaft", bei der jeder sich selbst der nächste ist, nur noch auf die eigenen Bedürfnisse achtet, und rücksichtslos alle, die ihm im Weg stehen, aus dem Weg räumt.

Doch der Mensch ist tiefgründiger.

Letzten Endes ist Egoismus jedoch nur ein Wort, das seine Bedeutung erst durch die jeweilige Interpretation erhält. Das zeigen die beiden sehr unterschiedlichen Definitionen oben. Das Wort an sich steht für eine bestimmte Beziehung zu sich selbst. Ob positiv oder negativ, liegt im Auge des Betrachters.

Die meisten Menschen - wenn nicht alle - sind tiefgründiger. Sie sind niemals nur selbstbezogen oder altruistisch, sondern mal so, mal so. Je nach Situation, und je nachdem, wer es gerade beobachtet und bewertet. Ich möchte hier nicht zu philosophisch werden, ich möchte nur von dem Standpunkt "Menschen sind xxx" wegführen. Die Eigenschaften und Verhaltensweisen von Menschen sind niemals nur mit einem Wort zu beschreiben. Menschen sind komplex. Sie lassen sich nicht abstrahieren.

Ein alternativer Blick auf Selbstsucht

Egoismus, Selbstsucht, Narzissmus.

Diese Persönlichkeitszüge werden von vielen als schwarze Seelenanteile angesehen, als die Schattenseite der menschlichen Psyche. In erster Linie sind es für mich aber Label, die versuchen, Schubladen zu schaffen, wo keine sind.

Klarer wird es, wenn wir den Blick von diesen "Charakterzügen" und ihrer Bedeutung lösen und dahinter schauen:

Selbstsucht entspringt dem tiefen Wunsch in uns, unserem Leben eine Bedeutung zu geben. Sie basiert auf der Angst, nicht dazuzugehören und unseren Platz im Leben nicht zu "verdienen". Dass wir uns unseren Platz erkämpfen müssen, ist ein tiefsitzender, meist unbewusster Glaubenssatz unserer Gesellschaft. Er wird uns ständig eingetrichtert und suggeriert, weil wir alle es so gelernt haben und daran glauben.

Dahinter steckt nur der Wunsch, gesehen und gehört zu werden. Oder noch genauer: Geliebt zu werden. Wir wollen dazugehören. Wir brauchen die Gemeinschaft. Wir glauben, um unseren Platz zu verdienen, müssten wir besonders sein. Und beginnen, um unseren Platz zu kämpfen.

Selbstliebe heilt

Dabei ist alles, was wir im Außen suchen, bereits in uns. All die Liebe, von der wir glauben, wir müssten sie von jemand anderem bekommen, finden wir immer in uns selbst. Wir erlauben uns nur oft nicht, sie uns zu geben - weil wir zwar einerseits diese Liebe suchen, aber andererseits glauben, Selbstliebe sei böse.

Uns selbst zu lieben bedeutet, uns ganz und gar anzunehmen. Bedingungslose Liebe. Egal, wo wir stehen, egal, welche Schwächen, Ängste und Macken wir haben, und vor allem - egal, was wir jemals getan haben. Alles ist gut.

Wir müssen uns unseren Platz auf dieser Welt nicht erkämpfen. Er ist unser Geburtsrecht. Er steht uns zu. Wir brauchen ihn nur annehmen.

Das zu erkennen, macht uns frei. Es heilt. Es heilt uns von der Sucht nach Anerkennung und Bestätigung. Es heilt uns von dem Wunsch, besonders zu sein. Und sorgt so dafür, dass wir unsere hausgemachte Einzigartigkeit, die wir bereits mit der Geburt auf diese Welt mitbringen, sich endlich entfalten kann.

Wir müssen nicht so sein, wie andere uns haben wollen. Wir dürfen so sein, wie wir sind. Du darfst so sein, wie du bist! Denn genau so bist du gut und richtig, vom Leben gemacht!

Und wenn wir das erkennen, wenn wir uns selbst ganz und gar annehmen, mit der warmen, bedingungslosen Liebe einer Mutter zu ihrem Kind - erst dann sind wir in der Lage, auch andere Menschen genau so anzunehmen wie sie sind. Mit all ihren Ecken und Kanten, ihren Ansichten und gegensätzlichen Meinungen.

Selbstliebe ist die Basis für mehr Menschlichkeit und Toleranz. Selbstliebe ist das, was uns allen und der ganzen Welt soooo gut tun würde.

Liebe dich selbst. Du bist genug und hast es verdient. (Du musst nichts tun, um es zu verdienen, sondern einfach nur sein.)

💖 Bettina

Kategorien: Entspanntes Business | Schlagworte: mutig sein, Selbstliebe

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