Dass es die Rauhnächte gibt, hab ich erst so richtig vor ein paar Jahren geschnallt. Ich bin immer nicht so schnell mit sowas. Trotzdem hatte diese Zeit schon immer etwas Magisches für mich.

Die Rauhnächte – das ist die Zeit zwischen Weihnachten und Anfang Januar. Wenn das alte Jahr sich verabschiedet und das neue im Anmarsch ist. Die Zeit zwischen den Jahren sozusagen.

Mit den Rauhnächten sind uralte keltische Bräuche verbunden, auch das weiß ich erst seit Kurzem. Ich habe mich immer schon in dieser Zeit gern zurückgezogen. Das alte Jahr Revue passieren lassen. Vom neuen geträumt. Ganz viel geschrieben. Vielleicht ist das genetisch in uns angelegt. Ist ja auch die dunkelste Zeit des Jahres, was soll ich da draußen? Auch das Büro bleibt bei uns in dieser Zeit zu.

Jetzt bin ich über einen wunderbaren Brauch gestolpert, der mit den Rauhnächten verbunden ist. Dreizehn Wünsche werden formuliert und zwölf davon werden an das Universum übergeben. Ich finde das wunderbar, denn ich habe gute Erfahrungen gemacht mit Dingen, die mir über den Kopf gewachsen sind und die ich abgegeben habe an eine höhere Macht. Ich arbeite nicht mehr so gerne mit Plänen und Zielen, weil sowieso immer alles anders kommt und mich das dann sehr stresst. Wünsche dagegen finde ich toll.

Was mir dabei aufgefallen ist: Ich musste tatsächlich eine Weile überlegen. Die ersten Wünsche kamen sehr schnell, so sieben ungefähr (ich hatte vorher schon drüber nachgedacht). Und dann ebbte es ab. Es dauerte ein paar Tage, bis sich weitere Wünsche zeigten. Die eine andere Qualität haben, tiefer oder mit Glaubenssätzen (dass das sowieso nicht klappt) belegt sind. Alleine dafür hat sich das schon gelohnt.

Vielleicht kennst du den Brauch. Du schreibst dreizehn Wünsche auf jeweils ein Zettelchen, faltest diese, bis du den Wunsch nicht mehr lesen kannst, und legst sie in ein Glas, in ein Säckchen oder auf einen Teller. Am 25. Dezember beginnst du, die Zettelchen zu verbrennen. Jeden Tag eines. Damit gibst du den Wunsch an das Universum ab. Bis du am 5. Januar den zwölften Wunsch verbrennst. Den dreizehnten behältst du. Du darfst ihn dann öffnen und lesen – das ist der Wunsch, um den du dich selbst im neuen Jahr verstärkt kümmern darfst.

Wichtig dabei ist das Feierliche, das wird oft betont. Klar, macht ja auch mehr Spaß, wenn man es zelebriert, sich Zeit nimmt. Aber du zeigst damit auch deine Ehrfurcht und Wertschätzung vor deinen Wünschen (also vor dir) und auch vor dem Universum (das dir die Wünsche im besten Fall erfüllen soll). So verbrennst du z. B. die Zettelchen immer auf demselben Tellerchen, so dass der Ascheberg wächst. Die Asche kannst du dann feierlich im Wald oder im Garten verstreuen. Ich halte nicht viel von Regeln – mach einfach, was dir Freude bereitet und dir sinnvoll erscheint.

Aber achte möglichst darauf, deine Wünsche positiv und in der Gegenwartsform zu formulieren. Also statt – ich will nicht mehr krank sein – lieber – ich bin gesund.

Wenn du die Rauhnächte so toll findest wie ich und dir eine Begleitung für diese Zeit wünschst, kannst du dich bei Tanja Suppiger für „Die Magie der Rauhnächte“ anmelden – das ist ein kostenloser Online-Kurs, der am 21. Dezember startet.

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