Vor meinem Urlaub sprach ich mit Maren Martschenko, die uns zur Zeit beim Branding für unser neues Website-System hilft, über Schreibblockaden und wie man sie überwinden kann.

Maren meinte, generell entstehen Blockaden dadurch, dass wir Angst haben, dass das Ergebnis nicht perfekt wird. Wir schrauben und feilen, oder fangen im schlimmsten Fall gar nicht erst an. Weil wir den Berg an Aufwand schon im Vorfeld sehen, und eigentlich gar keine Zeit haben.

Sie startete daher Anfang Juli ihren 10-Minuten-Blog, wo sie täglich zu einem Thema 10 Minuten schreibt. Länger nicht. Sie stellt sich einen Timer.

In 10 Minuten einen guten Beitrag schreiben? Ich finde dieses Experiment äußerst spannend, sitze ich doch auch immer ewig an Blogbeiträgen. An der Schreibpraxis mangelt es mir nicht, da ich beinahe jeden Morgen meine Morgenseiten schreibe, und häufig auch über den Tag nochmal einige Sätze, wenn ich wieder klare Gedanken brauche. Die These, dass der Perfektionismus schuld ist, klang mir daher schlüssig.

Bei mir hat das Überarbeiten und Umformulieren noch eine andere Ursache – ich traue mich nicht, rauszugehen. Ich traue mich nicht, mich zu zeigen. Ich habe Angst vor Kritik. Ich habe Angst vor Fehlern. Aber vielleicht ist das der Grund für Perfektionismus, und läuft am Ende auf dasselbe hinaus?

Und auch da hilft nur – einfach machen. Ich habe ja vor kurzem schon mal geschrieben – Mut ist wie ein Muskel, der trainiert werden will. Maren jedenfalls berichtete, dass ihre Beiträge mit der Zeit immer besser und flüssiger geworden seien, aber davon abgesehen ihre Aktion von der ersten Minute an für sehr positives Feedback sorgte. Und für jede Menge begeisterter Mitmacher, wie mich.

Mich spornt das an, in Zukunft kürzere, schnellere Beiträge zu schreiben. Ich habe überlegt, auch einen Marathon mit 10-Minuten-Beiträgen hinzulegen, aber das fühlt sich aktuell nicht stimmig für mich an. Weil mir zur Zeit viele Themen auf der Seele brennen, für die ich meine, länger zu brauchen. Aber 10 Minuten ist für mich ein guter Richtwert, damit ich mich nicht wieder in der Korrektur-Schleife verliere.

Was hältst du davon, und wie machst du es in der Praxis? Hast du feste Tage zum Bloggen, oder einen anderen Trick, wie man mehr Regelmäßigkeit rein bekommt? Oder ist das für dich gar nicht so wichtig?

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