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Vom einfachen Newsletter zur echten Marketing-Strategie

17.05.2019

Im letzten Jahr sind wir im Rahmen der DS-GVO von meinem geliebten australischen Newsletterdienst zu einem deutschen Anbieter gewechselt. Ich hatte hier im Blog über meine Beweggründe geschrieben, auch weil meine Überlegungen und Kriterien dir vielleicht helfen, solltest du einmal vor einer ähnlichen Entscheidung stehen.

Nun ist das ja ein Jahr her und ich hatte etwas Zeit, meine Entscheidung zu prüfen und praktische Erfahrungen zu sammeln. 

Vielleicht kennst du das. Diese leise Stimme, die einem einflüstert, dass es nicht das Gelbe vom Ei ist, dass es vielleicht doch Sinn macht, nochmal zu prüfen, welche Alternativen und Möglichkeiten es gibt. Diese leise Stimme, die oft dazu neigt, immer lauter zu werden, wenn man sie ignoriert, bis sie irgendwann nicht mehr zu überhören ist.

Ich meine, so ein Umzug ist ja nicht ohne. Da ist einmal die rechtliche Seite und dann natürlich der Aufwand. Und man weiß ja schließlich nicht, ob es woanders wirklich besser ist. Das kann man hoffen und bestenfalls oberflächlich prüfen. Ob es wirklich passt, stellt sich erst im Laufe der Zeit heraus. Ich muss aber sagen, dass ich schon oft aus diesem Grund lange gezögert habe und den Schritt dann trotzdem irgendwann gemacht habe, weil es einfach anders nicht mehr ging. Und es meist nicht bereut habe - sondern im Gegenteil dann hinterher oft dachte, ach hätte ich das bloß schon früher getan!

So ähnlich geht es mir gerade wieder, denn ich habe es gewagt. Ich habe nochmals den Newsletterdienst gewechselt. Und es ist auf einen Schlag, als wäre mein Newsletter"chen" erwachsen geworden. Als wäre ich jetzt in eine ganz andere Liga aufgestiegen.

Ich bin so begeistert von meinem neuen Tool, dass ich daraus eine kleine Serie machen will. Denn was ich da alles gelernt habe in den letzten Tagen, was mir alles aufgefallen ist - auch im Vergleich zum alten Tool - das kann ich unmöglich in einen einzigen Beitrag quetschen. Heute will ich daher nur ganz oberflächlich darauf eingehen, woran ich gemerkt habe, dass ein erneuter Wechsel ansteht, und was sich dadurch für unser Marketing langfristig alles ändern könnte.

Wie das immer so ist mit solchen Dingen, begann die Unzufriedenheit sehr schleichend. Die recht komplizierte Bedienung hab ich stillschweigend in Kauf genommen. Ich weiß schließlich, dass schlimmer immer geht. Und hab mir Anleitungen geschrieben, damit ich mich nicht verirre in der Oberfläche.

Doch dann hatte ich immer wieder nach jedem Newsletter viele Abmeldungen. Die ich nicht so recht nachvollziehen konnte, denn es waren keine manuellen Abmeldungen, sondern Empfänger wurden offenbar einfach "aussortiert". Ja, möglicherweise lag es daran, dass ich seit Herbst letzten Jahres einen ganz anderen Ton im Newsletter angeschlagen hab. Dass sich unser Themenschwerpunkt herauskristallisiert hat. Dass ich persönlicher geworden bin. Vielleicht. Natürlich ist es normal, dass sich Empfänger abmelden. Aber normal sind Raten von bis zu 0,5% - bei mir erreichten sie manchmal fast 2%! Dabei war ich doch gewechselt, um genau das zu vermeiden.

Auf der anderen Seite sind jedoch kaum neue Leser hinzu gekommen, was in mir ehrlich gesagt massive Existenzängste hervorrief. Und Unsicherheit. Mir schrumpften die Newsletterleser unter den Fingern weg ... und ich hatte keinen Plan, was ich tun konnte.

Damit wir uns richtig verstehen: Ich sage nicht, dass hier jemand "schuld" ist an den Abmeldungen. Es ist völlig banane, woran das letztlich lag. Fakt ist, dass es einfach meine Sensibilität erhöhte, was den ganzen Newsletterablauf, Abonnentengewinnung und Versand anbetraf.

Und dann begegneten mir immer mehr Fehler. Z. B. wurden Formulare nicht gespeichert, obwohl die Meldung kam, dass das Speichern erfolgreich war. Auch mit der API (Schnittstelle, mit der man z. B. OXID eShop anbinden kann) hatten wir immer wieder Probleme. Das Problem waren für mich in erster Linie dabei nicht die Fehler, sondern der mangelhafte Support. Fehler ließen sich dort angeblich nicht nachvollziehen, obwohl ich sie detailliert beschrieben hatte und bei uns definitiv reproduzieren konnte. Und als ich sagte, dass das nicht sein könnte - immerhin hatte ich mir die Zeit genommen, den Fehler ausführlich zu beschreiben, bekam ich gar keine Antwort mehr! Das hat dann meine Entscheidung endgültig gemacht.

Die Krönung hatte ich übrigens heute, da ich eine letzte Nachfassmail an weniger aktive Leser sendete. Der Umzug ist längst über die Bühne, aber plötzlich tauchten noch irgendwo Abonnenten auf, die nicht mit exportiert worden waren (ein Anwenderfehler?) und auch sonst hatte ich massive Abweichungen in den Anzahl-Angaben der Empfängerliste, die mich sehr an der Qualität dieses Tools zweifeln lassen. Ich will hier keine dreckige Wäsche waschen, ich möchte nur sagen, dass ich einfach von einem Newslettertool absolute Zuverlässigkeit erwarte. Dass ich hier einfach großes Vertrauen haben muss, dass durch solche Diskrepanzen massiv erschüttert wird. Immerhin geben mir meine Leser ihre E-Mail Adresse, weil sie mir vertrauen und ich will dieses Vertrauen nicht durch schlechte Software missbrauchen.

Was ich damit sagen will - wenn dein Vertrauen erschüttert ist, schau genauer hin. Was ist es ganz konkret, was dich stört, und lässt es sich ändern? Ich habe in der Vergangenheit oft den Fehler gemacht, dass ich zu nachsichtig und zu verständnisvoll mit allen anderen war und zu wenig auf mein Bauchgefühl gehört habe. Das sich am Ende fast immer als richtig erwiesen hat.

Auf die oben erwähnte Nachfassmail werde ich noch genauer eingehen. Im Zuge des Tool-Wechsels hab ich mich entschieden - ganz entgegen meiner bisherigen Mentalität - auch den Verteiler enorm zu stutzen und bewusst zu reduzieren. Warum ich das getan habe und wie, das erzähle ich wie gesagt demnächst. (Wenn du nichts verpassen willst, abonniere am besten jetzt unseren Grips-Letter smile).

Um dann jetzt mal zu dem schönen Teil zu kommen. Vor ca. drei Wochen hab ich mich nochmal auf die Suche begeben. Ich kann es selbst kaum glauben, dass es erst so kurze Zeit her ist. Denn ich habe zwei Tools gefunden, ausprobiert, mich für eins (sofort) entschieden und den Umzug einfach umgesetzt. Mein Tool der Wahl ist ActiveCampaign. Und es ist, als wäre unser Newsletter-Marketing mit einem Schlag in eine völlig neue Liga aufgestiegen. Denn im Gegensatz zu unserem vorherigen Dienst ist nicht nur das Schreiben des Newsletters selbst deutlich einfacher (beim alten Anbieter konnte ich nichtmal Farben von Überschriften ändern, dazu muss man ein Template kaufen, das bei ca. 500 Euro beginnt), sondern ich kann mein gesamtes Marketing automatisieren und Empfänger "taggen", also verschlagworten. Das heißt, dass ich je nach Aktion der Empfänger auf ihre Interessen schließen und so ein immer passenderes Marketing bieten kann.

Ja, du kannst bei unserem alten Anbieter mit Gruppen arbeiten. Das ist aber lange nicht so komfortabel (und funktioniert auch nicht so umfassend wie die Tags bei ActiveCampaign - zu denen ich hier noch einen ausführlicheren Beitrag schreiben werde).

Dazu kommt - und das ist mega-genial, weil ich da schon so, so lange nach einer Lösung suche - dass ich für die Freebies endlich nicht mehr eigene Funktionen programmieren muss, sondern das ganz einfach mit Formularen und Automationen abbilden kann. Beim alten Anbieter war es nämlich so: Wenn man bereits Newsletter-Abonnent war, konnte man Freebies nicht mehr abrufen. Es passierte einfach gar nichts, wenn man sich ins Anmeldeformular eintrug, man war schließlich schon in der Liste. Man wurde aber auf die "Ein Klick fehlt noch" Seite weitergeleitet, so dass die Verwirrung perfekt war. Denn angeblich war eine Mail unterwegs, die in Wirklichkeit gar nicht unterwegs war. Dieses Problem hat man dann immer, wenn man ein neues Freebie - oder eben mehrere Freebies - für seinen Newsletter anbietet. Ich habe für unsere Website eine eigene Funktion programmiert, die vor Weiterleitung prüfte, ob der Empfänger schon eingetragen war, und wenn ja, wurde er direkt (durch unsere Website) auf das Freebie weitergeleitet und gar nicht erst zur Newsletter-Anmeldung. Ziemlich kompliziert oder?

Richtig fies wird es, wenn du mehrere Freebies für deine Leser anbietest. Denn dann musst du die Leute nach dem Opt-In auf verschiedene Zielseiten leiten, damit sie sich das jeweilige Freebie herunterladen können (wobei sie ja wie gesagt immer nur das erste abrufen können, ab dem zweiten stehen sie bereits auf der Liste, und damit passiert hier gar nichts mehr).

Wie ich das jetzt neu in ActiveCampaign abgebildet habe, auch dazu werde ich dir hier noch einen Beitrag schreiben. (Habe ich dich schon auf unseren Newsletter hingewiesen?)

Haha, und ich spare sogar noch Geld - aber das ist mir ehrlich gesagt sogar total nebensächlich, denn ob 20 Euro oder 50 Euro im Monat - wichtig ist doch, was am Ende dabei rauskommt! Wenn ich nämlich mit 50 Euro deutlich mehr erreiche als mit 20 Euro, dann sind doch die 50 Euro am Ende die günstigere Lösung.

Ich habe übrigens noch lange nicht den gesamten Funktionsumfang ausgereizt. Ich habe z. B. gesehen, dass es ein Newsletter-Archiv gibt, das ich einfach auf der Website verlinken kann. Das habe ich bei meinen bisherigen Anbietern immer vergeblich gesucht. Es gibt auch die Möglichkeit, den letzten Newsletter nochmal an einen neuen Empfänger zu senden, und dass meine Empfänger ihre Daten selbst ändern. Auch das ging bisher alles nicht.


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Kategorien: Marketing: SEO & Co. | Schlagworte: ActiveCampaign, Internet-Marketing, Marketing-Kampagnen, Newsletter, Newsletter-Tools

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