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Was ist, ist. Aber sei dabei ehrlich zu dir.

11.08.2019

Dinge passieren. Manche gefallen uns gut, andere weniger. Die Kunst ist, auch die zu akzeptieren, die wir uns freiwillig nicht so ausgesucht hätten.

Jemand drängelt sich an der Kasse vor. Jemand schreit dich an oder behandelt dich ungerecht. Du verlierst dein Handy oder deine Geldbörse. Der Nachbar mäht sonntags den Rasen, wenn du Mittagsschlaf machen möchtest (oder dein Kind). Du hast gerade Wäsche aufgehangen, da regnet es. Die Schnecken (oder das Kaninchen des Nachbarn) haben deinen jungen Salat im Garten gefressen ...

Es gibt so viele Dinge im Leben, über die wir uns aufregen oder ärgern könnten.

Aber Aufregen oder Ärgern hilft nicht, denn die Dinge geschehen trotzdem. Besser gesagt, sie sind sogar bereits geschehen.

Wir lehnen uns also über etwas auf, das wir gar nicht mehr ändern können. Wir verschwenden unsere Energie. Überdies fließt die Energie immer dahin, wohin wir unsere Aufmerksamkeit legen. Legen wir die Aufmerksamkeit auf die Dinge, die wir nicht wollen, kreieren wir mehr davon in unserem Leben.

Wir kreieren also mehr von dem, was wir gar nicht haben wollen, und bringen zudem mit unserem Widerstand den Fluss des Lebens ins Stocken.

Eckhart Tolle sagt, sobald wir eine Situation annehmen, sei sie auch noch so beängstigend, ärgerlich, bedrohlich oder unangenehm, kommt das Leben wieder in den Fluss. Plötzlich können wir auf völlig unerwarteten Wegen Hilfe und Unterstützung erhalten. Vielleicht kannst du das ja aus eigener Erfahrung bestätigen.

Dem Verstand leuchtet das nicht ein - woher soll das Leben wissen, was wir wollen, wenn wir uns über die unangenehmen Dinge - die, die wir nicht mehr wollen - nicht mehr aufregen? Aber das Leben weiß immer, was gut für uns ist. Und wenn wir diese guten Dinge mit Freude und Dankbarkeit honorieren, dann lässt es uns mehr davon zukommen.

Was ist, ist.

Es kann so einfach sein.

Allerdings beobachte ich in letzter Zeit sehr oft, wie dieses "Was ist, ist" wie eine Art Deckel auf unangenehme Gefühle gestülpt wird.

Wir müssen schließlich akzeptieren, was ist, damit es besser werden kann.

So redet man sich ein, alles ist gut, ich nehme an, was ist, obwohl man innerlich kocht. Obwohl man sich total unwohl fühlt, traurig oder verletzt. Aber schließlich soll man akzeptieren, sonst kann es nicht besser werden, also packt man die Akzeptanz wie eine dicke Decke auf die Gefühle, die ohnehin unangenehm sind. So braucht man sie auch nicht mehr fühlen. Zwei Fliegen mit einer Klappe.

Und genau so funktioniert das eben nicht.

Denn alles, was du dir versuchst, schönzureden, wird so verleugnet, weggedrückt, und kocht unter der Oberfläche weiter. Es hat keine Chance, sich aufzulösen und kreiert dann aus dem Unbewussten neue Situationen, die ähnliche Gefühle auslösen. Eine Endloskette wird in Gang gesetzt.

Deshalb halte ich es für zwingend notwendig, hier sehr ehrlich mit sich selbst zu sein.

Akzeptierst du wirklich, oder redest du es dir nur schön?

Das erfordert sehr viel Selbstreflektion und ein gutes Hineinspüren, denn ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Gefühle sehr schnell weggedrückt sind und es sich tatsächlich eine Zeitlang so anfühlen kann als sei alles in Ordnung. Wir sind es so gewohnt, es uns selbst einzureden, dass wir es uns selbst glauben.

Dass es eben nicht in Ordnung ist, merkst du in der Regel daran, dass dir die Situation, die du eigentlich akzeptiert hast, immer wieder ins Bewusstsein kommt. Du erinnerst dich daran, ärgerst dich (ganz kurz), erinnerst dich dann: Was ist, ist. Und akzeptierst (drückst es also wieder weg). Bis du dich das nächste Mal daran erinnerst.

Hier lohnt sich ein genauerer Blick. Welche Gefühle sind da wirklich? Das kannst du übrigens sehr gut mit dir alleine ausmachen. Du musst nicht ins Konfliktgespräch mit der Person oder den Personen gehen, die involviert sind. Gefühle müssen nicht immer ausgesprochen werden, sie wollen nur gefühlt werden. Dazu brauchst du nur ein bißchen Übung, etwas Selbstrespekt und viel Geduld und Verständnis mit dir selbst.

Und dann heißt es: Was ist, ist. Nimm an, dass du es nicht akzeptieren kannst. Nimm alles an, was du fühlst. Du bist wütend, zornig, verletzt? Akzeptiere das. Behandle dich voller Liebe und Mitgefühl. Lass alles dasein. Nimm alles voller Liebe an.

Wahres Annehmen beginnt ein riesiges Stück vor der Akzeptanz. Nämlich da, dass du akzeptierst, dass du es einfach nicht akzeptieren kannst oder willst. Und wenn du das schaffst, dann hast du bereits die erste große Hürde genommen.

Ich bin übrigens überzeugt davon, dass viele Situationen in unserem Leben, die nicht so laufen wir wir uns das vorstellen, die Aufgabe haben, uns ungefühlte Emotionen ins Bewusstsein zu rufen. Auch darum ist es so wichtig, das anzuschauen, denn sonst schickt uns das Leben immer wieder mehr davon.

Du fühlst dich schlecht behandelt? Fühle das. Hör auf, es mit der Person, die dich deiner Meinung nach schlecht behandelt hat, klären zu wollen. Fühle es einfach. Und akzeptiere, wie immer es sich anfühlt.

Die andere Person hatte nur die Aufgabe, es in dein Bewusstsein zu holen. Ein "Klären" wird unnötig, wenn du es bei dir selbst auflöst.

Das ermöglicht wahre Heilung. Das bringt dein Leben wieder in den Fluss.

Annehmen was ist fängt (wie so vieles) bei dir selbst an.

Kategorien: Entspanntes Business | Schlagworte: Achtsamkeit, Akzeptanz, Hier und Jetzt, Ja-Sagen, Konflikte lösen, Selbstliebe, Selbstreflektion

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