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Wie Shops Umsatz verschenken: Wenn Produktseiten-Links sich nicht speichern lassen

26.09.2012

Ich habe gerade für meine Kinder eine digitale Wunschliste aufgesetzt. Meine Kinder können ihre Wünsche auf einer Website mit Bild und ungefährem Preis hinterlegen, und Verwandte und Bekannte können dort für Geburtstage, Weihnachten, Ostern, Kindertag usw. nach Ideen stöbern und die Artikel von der Wunschliste nehmen, wenn sie sie kaufen möchten.

Praktisch daran ist, dass meine Kinder dort auch einen Link zu einem Shop eintragen können, der das Gewünschte anbietet. So ist es für die Schenkenden super bequem - einfach Link anklicken, Artikel in den Warenkorb legen, zur Kasse, fertig. Dachte ich.

Leider musste ich dabei feststellen, dass es mehr als einen Shop gibt, der die Links zu seinen Produktseiten nicht speichern lässt. Statt auf die Artikelseite gelangt man zur Startseite.

Wenn Sie also die Adresse oben in der Adresszeile des Browsers in einem neuen Tab oder leeren Browserfenster erneut in die Adresszeile kopieren und dann Enter drücken, gelangen Sie nicht wie erwartet zum Artikel, sondern zu einer nichtssagenden Startseite, wo alle möglichen Produkte vorgestellt werden, nur nicht das, das ich eigentlich sehen will. Das muss ich dann erst mühsam über die Navigation oder über die Produktsuche heraussuchen. Was ich im Zweifel aber lasse, weil ich keine Lust oder Zeit habe. Oder weil ich denke, mich vertan zu haben, vielleicht gibt es das Produkt hier gar nicht (mehr).

Der Link zu einer Produktseite ist aus verschiedenen Gründen wichtig:

  • Ein Kunde will das Produkt einem Bekannten oder Freund empfehlen. Er kopiert und versendet den Link, der Freund wundert sich.
  • Oder ein Interessent speichert die Produktseite in seinen Favoriten, um das Produkt später zu kaufen. Doch wenn er die Seite später aufruft, kann er den Artikel nicht mehr finden. Ich habe das selbst erlebt, als ich mir einen größeren Einrichtungsgegenstand kaufen wollte. Dazu habe ich mehrere in Frage kommende aus verschiedenen Shops in die Lesezeichen gelegt. Einige ließen sich später nicht mehr direkt anspringen, so dass ich gar nicht mehr wusste, welches der Produkte ich überhaupt ausgewählt hatte. Auf eine erneute Suche hatte ich keine Lust - die Shops waren sofort aus dem Rennen.
  • Oder weiter gedacht: Jemand schreibt in seinem Blog über den Artikel, verlinkt ihn, und die Leser, die sich interessieren (wichtige potenzielle Käufer!) können ihn nicht auf Anhieb finden.
  • Oder jemand postet den Artikel bei Facebook, Twitter & Co.
  • Oder jemand legt eine Wunschliste für seine Kinder an und verlinkt dabei auf die Produkte :)

Und das ist nur ein Bruchteil der Anwendungsfälle. Ziemlich viel verschenktes Potenzial.

Woran liegt's?

Die Ursache ist oft nicht, dass es keine direkten Links zu den Produktseiten gibt. Die gibt es (meistens?) sehr wohl, und man kann natürlich auch mittels Social Buttons die Seite in den Social Media weiterempfehlen oder den Link an einen Freund versenden. Nur kann man leider nicht alle Anwendungsfälle, für die ein solcher Link benötigt wird, in vier Buttons ausdrücken. Und selbst wenn bspw. ein Twitter-Button zur Verfügung steht, so wird er doch nicht von jedem Kunden verwendet, um das Produkt zu twittern.

Die Ursache ist vermutlich eher, dass verschiedene Kriterien in der Adresse mitgeliefert werden (Suchbegriff, Sortierung der Suchliste etc.), um dem Kunden die weitere Navigation (zurück zu den Suchergebnissen) zu erleichtern, die dann aber schwierig auszuwerten sind, wenn derjenige, der den Link neu aufruft, gar keine Suche ausgeführt hat. Das führt dann dazu, dass ein Fehler auftritt, der nicht aufgefangen werden kann. Was macht man dann? Das Klassische - weiterleiten zur Startseite.

Ich glaube sogar, dass die meisten Shopbetreiber nicht einmal ahnen, dass das Problem besteht, weil die Shopsysteme einfach automatisch so reagieren. Wenn Sie selbst einen Online-Shop betreiben: Probieren Sie es doch einfach einmal aus.

Einfach auf eine Produktseite gehen, Link aus der Adresszeile kopieren, einen neuen Tab (oder anderen Browser) öffnen und Link einfügen. Wenn Sie auf der Produktseite landen, ist alles ok. Anderenfalls herrscht Nachholbedarf. (Wir helfen gerne.)

Betroffen sind übrigens nicht nur kleine Shops, sondern vor allem auch viele größere.

Mögliche Lösungen

Einfachste Lösung für Shop-Betreiber: Seien Sie tolerant, was den Aufbau von URLs angeht, löschen Sie einfach überflüssige Parameter, nicht immer sind zu viele davon ein Zeichen für einen Hacking-Angriff!

Zweite Option, die mir einfällt, auch wenn sie einen kleinen Haken hat: Veröffentlichen Sie auf der Produktseite den Link zu dem Produkt, und zwar deutlich sichtbar.

Machen Sie es Ihren Kunden und Besuchern leicht, Ihre Produkte und Ihren Shop weiterzuempfehlen!

Fazit

In unserem Fall haben wir eine einfache Lösung gewählt: Wir haben uns einfach einen anderen Shop gesucht, der ebenfalls das Produkt anbietet, aber nicht dieses Usability Problem hat. Was schade ist für die Shops, die wir ursprünglich verlinken wollten - im besten Fall ein verschenkter Link, im schlimmsten ist es verschenkter Umsatz.

Wie sind Ihre Erfahrungen dazu? Speichern Sie Produktseiten in den Favoriten oder / und verschicken Sie sie an Freunde? Nutzen Sie dazu verfügbare Buttons, wenn vorhanden oder kopieren Sie die Adressen direkt?

Kategorien: Aus dem Nähkästchen | Schlagworte: Benutzerfreundlichkeit, Linkbuilding, Online-Shops & Oxid eShop, Usability

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