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Google, Google, Google ... ist nicht alles

11.08.2020

Eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird: "Hilfe. Wir sind bei Google abgestürzt, was haben wir falsch gemacht? Und noch wichtiger: Was können wir tun?"

Aus meiner Sicht kommt diese Frage in aller Regel zu spät. Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen. In Panik funktioniert unser Verstand nicht besonders gut, und es ist schwer, an einem solchen Punkt gute Entscheidungen zu treffen.

Die eigentliche Frage sollte nicht nur anders lauten, sondern auch schon viel früher gestellt werden - nämlich dann, wenn alles sehr gut läuft: Wie können wir für die richtigen Menschen sichtbarer werden - abseits von Google? Denn wenn du nicht nur auf das eine Pferd setzt, ist die Sichtbarkeit deines Shops oder deiner Website robuster und unabhängiger von den Launen einer Weltmacht ...

Mich fasziniert immer wieder, wie sehr Website- und Shopbetreiber auf Google fokussiert sind. Dieser Fokus ist nicht grundsätzlich falsch, denn Google ist eine der wichtigsten Suchmaschinen, zumindest in unseren Breitengraden. Aber erstens kann sich das Blatt immer rasch und völlig unerwartet wenden - spätestens seit Corona wissen wir das alle. Zweitens führt eine zu starke Fixierung auf eine einzige Möglichkeit dazu, dass die unzähligen anderen Chancen, die es nebenher auch noch gibt, ausgeblendet und schlichtweg übersehen werden. 

Von der Gefahr einer zu starken Abhängigkeit und dem immer größer werdenden Aufwand aufgrund des steigenden Wettbewerbs will ich gar nicht weiter reden.

Denn nein, Google ist nicht die einzige Wahrheit, wenn es darum geht, im Web von der Zielgruppe gefunden zu werden. Und auch nicht immer die beste. Google ist lange nicht alles, was das Internet zu bieten hat.

Suchmaschinen für Kaufwillige

Google bietet zwar mit Google Shopping eine Anlaufstelle für Menschen, die in Kauflaune sind und sogar schon nach einem ganz konkreten Produkt suchen. Ich persönlich finde aber (als kaufwillige Kundin) Google Shopping zu anstrengend, wenn ich einen echten Bedarf habe, und ich kann mir vorstellen, dass ich da nicht die einzige bin.

Nicht umsonst sind Amazon und ebay so erfolgreich geworden - gibt es dort doch alles, was das Herz begehrt, mit Preisvergleich und diversen anderen einstellbaren Filtern. Übrigens suche ich zwar bei ebay, nutze es aber inzwischen mehr als Recherche für qualifizierte Händler und kaufe dann - wenn möglich - in deren Shop ein, weil ich dort meist nicht nur eine größere Produktauswahl, sondern auch einen besseren Service habe.

Wenn ich nach einem Buch suche, verwende ich am liebsten booklooker, wo ich neben neuen eben auch gebrauchte Bücher finde.

Und bei technischen Geräten ist idealo mit seinem ausgefeilten Filter in der Regel die Suchmaschine meiner Wahl. Preissuchmaschinen suchen heute eben nicht mehr nur nach dem günstigsten Preis, wie es früher einmal der Fall war. Deshalb lohnt sich ein Blick auf diese Möglichkeit für dich auch dann, wenn du im höherpreisigen Segment unterwegs bist.

Neben diesen Kanälen ist die gezielte Suche nach Produkten über Sprachsysteme wie Alexa immer weiter auf dem Vormarsch. Dahinter stecken natürlich teilweise dieselben Anbieter, doch für mich ist das nur ein weiteres Argument dafür, sie einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und für künftige Optimierungen in Erwägung zu ziehen.

Social Media Kanäle

Viele Unternehmen nutzen auch heute noch Social Media eher zurückhaltend. Dabei sind viele Kanäle nicht einfach nur "social" (was ja auch dazu dienen kann, echte Beziehungen zu Fans aufzubauen), sondern agieren sogar als Suchmaschinen. Bei YouTube, Pinterest und Xing steht die Suche sogar im Vordergrund, und vor allem LinkedIn ist gerade ordentlich auf dem Vormarsch.

Facebook ist inzwischen eine größere Datenkrake als Google. Der Vorteil für dich als Shopbetreiber: Werbung kann hier im Gegensatz zur "anonymen" Suche sehr gezielt und spezifisch ausgespielt werden. Du erreichst deine Zielgruppe hier meist direkter und auch emotionaler.

Du musst natürlich nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Generell empfehle ich hier, dich zunächst für einen einzigen Kanal zu entscheiden, und diesen exklusiv, dafür aber regelmäßig zu bespielen. So kann langsam Vertrauen aufgebaut und Erfahrungen gesammelt werden.

Zahlreiche spezialisierte Suchportale

Neben den oben bereits erwähnten Kaufportalen und Preissuchmaschinen gibt es weitere zahlreiche spezialisierte Portale, auf der sich ganz bestimmte Zielgruppen aufhalten.

So z. B. netdoktor.de für Menschen, die einen Arzt suchen. Yelp und Tripadvisor für die Suche nach Restaurants und ähnlichen Einrichtungen. Trivago und viele andere Suchmaschinen speziell für Ferienunterkünfte und Hotels.

Es lohnt sich, hier etwas Zeit zu investieren, die Zielgruppe ganz klar zu bestimmen und dann selbst einmal bei Google aktiv zu werden und die relevanten Suchmaschinen und Portale für das eigene Angebot zu recherchieren.

Affiliate Programme

Affiliate ist heute nicht mehr in aller Munde, aber es ist noch lange nicht tot. Im Gegenteil - es hat sich weiter entwickelt, ist den Kinderschuhen entwachsen und verdient es, einmal genauer in Augenschein genommen zu werden.

In der aktuellen Website Boosting werden verschiedene Mythen und Vorurteile gegen Affiliate widerlegt, die vor allem auf den anfänglichen Lücken basieren, die zu verschiedenen Missbräuchen dieses cleveren und sehr effektiven Verkaufssystems geführt hatten.

Gerade Nischenwebsites, die sich viel Zeit für die Recherche und Aufbereitung eines bestimmten Themas nehmen, eignen sich sehr gut, um die eigenen (genau zur Zielgruppe der Seite passenden) Angebote zu platzieren.

Natürliche SEO für alle Suchmaschinen

Man mag es kaum glauben, aber neben Google gibt es weitere Suchmaschinen, die tatsächlich (immernoch! trotz aller düsteren Prognosen!) existieren, und zwar weniger schlecht als man vielleicht denkt.

Neben den Klassikern, wie Yahoo und Bing, gibt es neuere wie DuckDuckGo, das ein trackingfreies Suchen verspricht, und Ecosia, das entsprechend der Menge der Suchanfragen Bäume pflanzt.

Organisches SEO, das darauf basiert, Mehrwert für Besucher zu schaffen und die Website oder den Shop leicht zugänglich und gut bedienbar zu halten, funktioniert für alle Suchmaschinen gut. Und ist viel leichter machbar als die Verbiegungen, die man häufig für die Google-Optimierung in Kauf nimmt.

Nicht zu vergessen: Usability, Conversion Optimierung und Kundenbindung!

Ich kann nicht anders, ich muss das hier erwähnen. Es ist weniger wichtig, wie viele Besucher du hast, als was diese Besucher auf deiner Website oder in deinem Shop tun.

Letzten Endes wird oftmals viel zu viel Augenmerk auf die Suchmaschinenoptimierung gelegt, und viel zu wenig auf die Besucherführung, und darauf, die Menschen, die auf der Website landen, gut zu bedienen.

Dabei wirken sich sowohl Usability als auch Conversion Optimierung nicht nur viel direkter auf den tatsächlichen Umsatz aus, langfristig zahlen beide auch positiv in die Suchmaschinensichtbarkeit ein. Mit wenig Aufwand können hier mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der in Zukunft wohl noch wichtiger werden wird, ist die Kundenbindung. Aus einmaligen (Gelegenheits-) Käufern echte Fans zu machen, wird gerade im Online-Shopping die Spreu vom Weizen trennen. Menschen kaufen immer mehr online, und sie wollen dabei schon lange nicht mehr den besten Preis. Sie wollen Service, sie wollen gesehen und gehört werden, sie wollen bedient werden und sich wie Könige fühlen. Wer hier ein Auge und ein Ohr hat, hat gegenüber seinem Wettbewerb ein gutes Stück die Nase vorn.

Langfristige Auswirkungen der Risikostreuung

Google ist ein anstrengendes Wettrennen geworden, zumindest ist das meine Wahrnehmung. Der Kampf um den ersten Platz wird immer verbitterter und mit immer größerem Aufwand geführt. Ein Google Update mit einem Absturz oder auch eine Abstrafung kann hier bitter aufstoßen - all die Mühen und Investitionen umsonst. Wieder ganz von vorn anfangen. Berechtigt die Frage, was haben wir falsch gemacht ...

Die Antwort ist einfach und immer gleich, auch wenn sie etwas lapidar wirkt: Ihr habt auf's falsche Pferd gesetzt. Streut das Risiko so, dass ihr Schwankungen bei Google nicht mehr spürt. Setzt nicht alles auf eine Karte - im "wahren" Leben macht ihr das doch auch nicht, oder? Denn ja, es gibt weitere Optionen. Sogar sehr viele.

Kurzfristig mag dazu ein Umdenken und eine Umstellung nötig sein. Wer jahrelang nur auf Google gesetzt hat, wird sich vielleicht erstmal schwer damit tun, Alternativen auch nur gedanklich in Erwägung zu ziehen. Doch langfristig macht sich die Risikostreuung nicht nur finanziell, sondern auch durch gleichmäßigere Besucherströme bemerkbar.

Auf einen Besucher von Google sollten mindestens zwei weitere aus zwei anderen Quellen kommen, schreibt Karl Kratz bereits 2015 in einem Artikel in der Website Boosting. Wie wäre es mit diesem einmal etwas anderen Ziel als "Platz 1 bei Google"?

Ich wünsche dir dabei viel Freude und Erfolg.

Dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll deinen Fokus weiten und dich inspirieren, selbst nach neuen, vielleicht sogar ungewöhnlichen Möglichkeiten Ausschau zu halten.

Hast du weitere Ideen oder Links, um mit dem Shop oder der Website - abseits von Google - sichtbarer zu werden? Teile sie gerne mit mir und anderen Lesern - in den Kommentaren! Danke.

Alles Liebe,

Bettina

PS: Vielleicht fühlst du dich überfordert angesichts der unzähligen Möglichkeiten. Der Fokus auf Google hat eben doch erstmal einen Vorteil: Übersichtlichkeit. In meinem Coaching helfe ich dir, wieder mehr Klarheit und Struktur zu gewinnen. Hier erfährst du mehr.

Kategorien: Marketing: SEO & Co. | Schlagworte: Affiliate, Google, Preissuchmaschine, sichtbarer werden, Suchmaschinen-Optimierung

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