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Was "keine Zeit" im Marketing in Wirklichkeit bedeutet

13.03.2020

Vor einigen Tagen habe ich in meinem Newsletter eine Mini-Umfrage gemacht. Warum bist du nicht sichtbarer?

Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass ihnen die Zeit für Marketing fehlt.

Auf den ersten Blick ist das eine ganz legitime und nachvollziehbare Antwort. Wir haben alle so viel zu tun, sind so beschäftigt. Und Marketing kostet ja auch jede Menge Zeit. Egal, ob es darum geht, ein Blog zu starten, einen Newsletter aufzusetzen oder ein kostenloses eBook zu schreiben - beinahe alle Marketing-Maßnahmen, die mir spontan einfallen, kosten Zeit. Zeit, die viele eben nicht haben.

Doch die Befragten gaben ebenfalls an, dass sie mit der Sichtbarkeit ihres Business' noch nicht zufrieden sind. Und ich habe mich gefragt: Wie passt das zusammen?

Denn wenn keine Zeit für Marketing da ist, sollte das bedeuten, dass das Business mit Aufträgen mehr als ausgelastet ist. Und das wiederum würde bedeuten, dass es kein Problem mit seiner Sichtbarkeit haben dürfte.

Hm ... 🤔

Ich kenne "keine Zeit" natürlich auch selbst. Als Ausrede. Aber lange Zeit war mir nicht bewusst, dass es eine Ausrede ist, ich hielt es für absolut wahr.

Lass mich etwas weiter ausholen. Marketing kostet ja tatsächlich eine Menge Zeit. Da will so vieles umgesetzt, gelernt, gelesen und ausprobiert werden. Nicht alles funktioniert auf Anhieb. Und vieles kostet enorm Anstrengung und Konsequenz, bis es endlich Früchte trägt.

Ja, so war auch meine Realität. Lange Zeit.

Irgendwann stellte ich fest, dass es für mein Marketing drei riesige Zeitfresser gab, die meinen Aufwand für Marketing enorm (und völlig unnötig) aufblähten:

  1. Ich brachte Dinge nicht zu Ende. Ich fing alles Mögliche an, um es wieder aufzugeben und etwas ganz anderes zu beginnen. Hier habe ich vor einigen Tagen geschrieben, warum das so war, und was du tun kannst, wenn du das auch kennst. Nein, es liegt nicht daran, dass du eben so bist.
  2. Ich dachte mehr über Dinge nach als sie zu tun. Ich feilte an perfekten Plänen. Ich informierte mich. Ich las unzählige Blogbeiträge, schaute Live Videos auf Facebook, holte mir Tipps und Anregungen. Doch ich setzte nicht um. Ich überlegte z. B. immer wieder, ein eBook zu schreiben, dachte über mögliche Themen nach, und dass ich mir dafür mal irgendwann Zeit nehmen sollte. Statt mich hinzusetzen und es einfach zu machen. Vieles kostet in Wirklichkeit nämlich viel weniger Zeit als wir denken. Wenn wir aufhören zu denken und es einfach tun.
  3. Ich wollte es perfekt machen. Ich hatte einen extrem hohen Anspruch (jaja, den hab ich immernoch). Und so änderte ich die Dinge hin und her, statt einfach loszugehen. Dabei ist der erste Wurf oftmals viel besser als wir denken. Und Ideen wollen umgesetzt werden, solange sie frisch sind. Wenn wir zu lange auf ihnen herum kauen, werden sie zäh und leblos.

Als ich begann, die Dinge einfach zu machen und vor allem zu beenden, stieg meine Produktivität sprunghaft an.

Doch mir war irgendwie klar, dass ich das nicht einfach nur machte, weil ich es jetzt besser wusste (wenn das so wäre, hätte ich es vermutlich vor zehn Jahren schon gemacht). Etwas anderes musste passiert sein.

Dann erkannte ich, dass hinter allen drei Zeitfressern ein und dieselbe Ursache sitzt: Angst vor Sichtbarkeit.

Ich hatte Angst davor, was die Leute sagen könnten. Angst davor, angegriffen zu werden. Angst, dass andere meine Träume und Ideen madig machen.

Ich hatte Angst, nicht genug zu sein.

Und ich glaubte, irgendwie falsch zu sein, weniger wert als andere Menschen.

Ich wollte nicht laut oder aufdringlich wirken. Ich wollte mir nichts nehmen, was mir nicht zustand.

Und all diese Ängste hielten mich im Zaum. Sie hinderten mich daran, loszugehen und mich sichtbar zu machen. Sie hielten mich klein. Sie führten dazu, dass ich andere Dinge tat, die ganz wichtig wirkten, aber gar nichts mit Marketing und Sichtbarkeit zu tun hatten.

Als ich das erkannt hatte, glaubte ich, zu wissen, was zu tun sei. Ängste aktiv angehen. Angst geht weg, wenn wir uns ihr stellen. Angst geht nicht weg, wenn wir uns ihr unterwerfen. Nur wenn wir tun, was uns Angst bereitet, wird die Angst kleiner und verschwindet.

Das ist ja gemeinhin bekannt, nicht wahr?

Doch dann erkannte ich, dass es darum gar nicht geht. Es geht nicht darum, die Angst zu besiegen. Es geht nicht darum, das zu tun, was Angst macht, um zu wachsen.

Es geht darum, frei zu sein, und das zu tun, worauf man Lust hat. (Ja, auch im Marketing. Und nein, das ist kein Luxus.)

Es geht darum, meine Träume und Visionen in die Welt zu bringen. Und ja, sehr oft berühren wir dabei unsere Ängste. Doch wenn es nicht mehr um die Ängste geht, darum, sie zu überwinden, sondern wenn wir stattdessen den Fokus auf unsere Vision, auf unser Warum, legen, dann wird vieles leichter.

Dann kommt Angst einfach nur von Gedanken, die nicht wahr sind.

Dann ist Angst ein Hindernis, um das wir einfach herum gehen können.

Das war das, was mir passiert war. Ich hatte mein Warum gefunden, meine Passion. Mein Wunsch, meine Botschaft in die Welt zu tragen, und mein Vertrauen, dass ich das auch kann, waren größer geworden als die Angst.

Solange du dich zwingst, die Dinge zu tun, vor denen du Angst hast, nur um deine Angst zu besiegen, wird es nicht leicht gehen.

Solange du dich zwingst, die Dinge zu tun, von denen du denkst, dass du sie tun solltest oder dass sie dran sind, wird es nicht leichter gehen.

Bei mir haben die Dinge, von denen ich dachte, dass sie jetzt dran wären, übrigens nie richtig funktioniert. Egal wie toll die Ergebnisse bei allen anderen waren.

Wenn du Angst vor Sichtbarkeit hast, und deshalb sagst, du hättest keine Zeit für Marketing, geht es niemals um die Angst. Du brauchst ihr keine Aufmerksamkeit schenken (beobachte sie einfach nur, ohne sie zu bewerten).

Sondern es geht darum, das, was darunter liegt, zum Vorschein zu bringen. Das wofür du brennst. Dein Warum. Es geht darum, zu erkennen, wie du mit dem, was du tust, anderen Menschen helfen kannst. Der Wunsch, zu helfen, ist in jedem von uns sehr groß. (Der Wunsch, sichtbar zu sein, übrigens auch.)

Wenn du erkennst, was du zu geben hast, dass du genug bist, ja sogar mehr als genug, nämlich unglaublich wertvoll, dann ist Marketing einfach nur etwas, das du machst. Du kommst mit Menschen ins Gespräch. Du bringst dich ins Gespräch. Du zeigst, was du kannst.

Der Weg ist dann auch völlig schnurz. Du kannst schreiben, sprechen, Videos drehen oder singen. Du kannst netzwerken oder Seminare oder Webinare machen, du kannst Fotos posten (so wie ich), Interviews durchführen und so, so, so vieles mehr. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, da ist für jeden etwas dabei.

Wenn du dir das aussuchst, was du gerne tust, wird es auch leichter, die Angst zu ignorieren. Wenn du deiner Freude und Inspiration folgst, ohne dir schon von vornherein zu überlegen, ob das auch erfolgreich sein kann oder den Zahlen dient, wirst du kreativer, offener und anziehender sein als mit jedem Marketing-Konzept.

Ich habe es hier schon oft erwähnt. Deine innere Weisheit kommt zum Vorschein, wenn du alle Konzepte und was du zu wissen glaubst, fallen lässt. Sie zeigt sich in Freude, in Inspiration. Wenn es dich in den Fingern juckt, etwas zu tun. Der, der dann kritisch ist, hinterfragt, Erfolgsgarantien oder den nächsten und übernächsten Schritt wissen will, das ist dein Verstand. Er ist dir nützlich, wenn du deine Steuererklärung machst, aber nicht bei so kreativen Dingen wie Marketing.

Seit ich meine Blogbeiträge nicht mehr mit meinem Verstand schreibe, sondern sie aus mir heraus fließen lasse, sind sie stimmiger, tiefgängiger und vollwertiger. (Hihi, das klingt fast ein bißchen gaga 😵, aber ich lasse das jetzt so stehen, denn es ist einfach so.) Oftmals weiß ich am Ende gar nicht mehr genau, was ich da eigentlich geschrieben habe. Ich war ganz im Moment und habe einfach geschrieben, was kam. Das geht nicht nur am schnellsten - erstaunlicherweise bringt es die besten Ergebnisse.

Probiere das mal aus.

Wenn du tiefer gehen möchtest, mach jetzt mit bei meinem kostenlosen Mini-Kurs "Mach dich sichtbar". 5 Tage lang zeige ich dir, wie du dich wieder mit deiner inneren Weisheit verbindest, wie du mehr deinem eigenen Weg folgst, und so nicht nur gelassener, sondern auch erfolgreicher wirst.

Jeden Tag erhältst du eine E-Mail mit Impulsen, neuen Gedanken und einer konkreten Aufgabe.

Keine Zeit für Marketing gehört damit der Vergangenheit an.

Hier kannst du dich direkt anmelden.

Alles Liebe und freudiges Marketing,

💖 Bettina

Kategorien: Marketing: SEO & Co. | Schlagworte: Angst, authentisches Marketing, Freude, Innere Weisheit, sichtbarer werden, zeig dich

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Kommentare

Annette Dorstijn von http://www.praxis-annettedorstijn.de sagt:

23.06.2020 um 21:59 Uhr

Liebe Bettina Ramm, jetzt bin ich eher zufällig (gibt's ja nicht wirklich:-) auf Ihrer beeindruckend umfangreichen Seite gelandet. Intuitiv führte es mich zum Thema "Was "keine Zeit" im Marketing in Wirklichkeit bedeutet". Beim Lesen grinste ich vor mich hin, weil ich bemerkte, wie mir jemand an vielen Stellen aus der Seele schreibt. Es gefällt mir sehr, so einen authentisch verfassten Erfahrungsbericht zu lesen und ich freue mich, auf dem Markt der Möglichkeiten zwischen soooo vielen fake news Darstellungen einen Text zu lesen, der mir wie eine wahrhaftige Selbstdarstellungskunst begegnet. DANKE dafür und weiter viel von Freude und Gleichmut motiviertes Wirken!
Ps. - übrigens hat mich genau die Art des Textes motiviert, "einfach so" einen Kommentar zu schreiben - es also neben meinem darüber nachsinnen auch zu TUN. Da ist also schon etwas unmittelbar in Resonanz gegangen :-) Mit liebem Gruß Annette Dorstijn

Antworten

WEB-Grips | Bettina Ramm sagt:

24.06.2020 um 09:20 Uhr

Liebe Annette,

ich freue mich immer besonders, wenn meine Texte nicht nur den Kopf, sondern auch das Herz erreichen. Denn mit dem Herzen steuern wir unser Leben weiser, liebevoller und gelassener. Das habe ich offenbar geschafft, und deshalb führe ich hier gerade einen kleinen Freudentanz auf 😁 Vielen, vielen Dank für dieses wundervolle Feedback und bis hoffentlich bald.

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